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Vielfältiges Kulturangebot sicherstellen

Die Kulturschaffenden erreichen in Stuttgart Großartiges. Es ist beachtlich, welch vielfältiges und hochqualitatives Kulturangebot Tag für Tag erarbeitet wird. Nicht nur außerhalb Stuttgarts wird dies mit vielen Auszeichnungen wertgeschätzt, auch die Stuttgarter*innen sind stolz auf das kulturelle Angebot in ihrer Stadt.

Die großartigen Erfolge und den Zuspruch des Publikums für das Dreispartenhaus des Staatstheaters in Stuttgart sind dabei besonders hervorzuheben. Mit drei neuen Intendanten befinden sich Ballett, Oper und Schauspiel in einer spannenden Umbruchphase. Das Schauspielhaus ist nach schwierigen Baumaßnahmen endlich gut aufgestellt. Jetzt steht die Sanierung des großen Hauses an. Der Littmann-Bau ist hundert Jahre alt, und wir müssen und wollen ihn auf die Höhe der Zeit bringen. Arbeits- und Brandschutz können hier kaum noch sichergestellt werden.

Wir Sozialdemokrat*innen sind bereit, für diese große Sanierung viel Geld in die Hand zu nehmen. Allerdings sagen wir: bei Beträgen von weit über 500 Mio. Euro muss die ganze Stadt auch städtebaulich etwas davon haben. Das Kulturquartier zwischen Urban- und Königstraße, mit der B14 mittendrin, soll dann auch von der großen Opernsanierung profitieren. Die von der LBBW ganz neu geplante untere Königstraße muss dabei mit einbezogen werden. Wir sind offen für einen Opernneubau. Beim Littmann-Bau könnte dann eine einfachere Sanierung im Bestand ausreichen. Auf den Bau eines teuren Interims könnte komplett verzichtet werden.

Die bei den Wagenhallen geplanten Interimsbauten sehen wir kritisch. Es nimmt der Stadt die Möglichkeit kurzfristig Wohnraum zu schaffen. Wir wollen, dass dort möglichst bald innovative Wohnprojekte entstehen, mit bezahlbaren Wohnungen und einer guten Verbindung zwischen kreativem Arbeiten und gutem Wohnen. Gemeinsam mit dem dort aktiven Kulturverein, den Engagierten beim Stadtacker e.V. und bei anderen im Containerdorf Aktiven könnte die Stadt aus unserer Sicht hier wirklich neue Wohnprojekte auf den Weg bringen. Was sich an den Wagenhallen entwickelt hat, verdient großen Respekt. Wir sollten das Potenzial dieser kulturellen Energie für eine Weiterentwicklung nutzen, statt Kultur gegen Kultur auszuspielen.

Die Initiative für ein neues Konzerthaus in Stuttgart findet unsere Unterstützung. Als Standort können wir uns die untere Königstraße oder die Holzgartenstraße gut vorstellen. In jedem Fall sollte ein solcher Neubau auch ein architektonisches Highlight Stuttgarts sein. Den ebenfalls geplanten Neubau des Lindenmuseums als Haus der Kulturen der Welt sehen wir gut auf dem neu zu entwickelnden Areal hinter dem Hauptbahnhof aufgehoben. Ein neues Haus für Film und Medien können wir uns gut auf dem Areal des heutigen Breuninger-Parkhauses vorstellen.

Neben diesen großen baulichen Vorhaben stehen wir zur Förderung und zum Erhalt der vielfältigen Kulturszene, die sich in der Innenstadt aber auch in den Stadtbezirken entwickelt hat. Leuchttürme wie das Theaterhaus und die Tanzszene sind für uns von großer Bedeutung, ebenso wie die vielen Theater, Chöre und Orchester.

Kultur wird allerdings auch im Nachtleben sichtbar, das mit seiner Bandbreite von Subkultur bis Mainstream ein größtenteils anderes Publikum als die etablierten Kulturinstitutionen erreicht. Die Attraktivität einer Stadt speist sich daher auch aus der Summe der Angebote und ist umso größer, je reichhaltiger das Angebot ist. Das bleibt aber nicht ohne Konflikte. Nachtruhe und eine lebendige Clubszene sind nicht einfach unter einen Hut zu bringen. Eine urbane Kulturszene benötigt jedoch eine dynamische Clubszene. Deshalb muss diese Situation gelöst und die Clubs müssen unterstützt werden. Denn auch aus wirtschaftlicher Perspektive ist das Nachtleben inzwischen ein wichtiger Standortfaktor. Für den Interessenausgleich halten wir eine in der Verwaltung angesiedelte Ombudsstelle für den richtigen Weg. Analog zu der Position des „Nachtbürgermeisters“ in anderen Städten kann so ein Dialog in Gang gesetzt und aufrechterhalten werden, der Bürger*innen, Clubbetreiber*innen wie Stadtverwaltung an einen Tisch bringt und nach gemeinsamen Lösungen suchen lässt.

Die Kulturförderung wollen wir verstetigen und auf moderne Beine stellen. Wir setzen dabei auf Konzepte, die auch eine breitere Musikförderung ermöglichen und sich an den bisherigen Aktivitäten der in Stuttgart ansässigen Konzertveranstalter*innen bzw. Clubbetreiber*innen orientieren.

Wir wollen einen eventuellen Erhalt der alten Eisenbahnbrücke und des Rosensteintunnels in Bad Cannstatt aus städtebaulicher Sicht nach Fertigstellung der neuen Eisenbahnbrücke bewerten. Ein Erhalt der Brücke als erweiterte Parkanlage begeistert, jedoch sehen wir in den vorliegenden Entwürfen keine überzeugende Entwicklung am Stadtbezirk Bad Cannstatt. Hier muss in einem Ideenwettbewerb noch nachgebessert werden. Der Tunnel könnte erhalten bleiben und beispielsweise genutzt werden für einen neuen Club „Die Röhre“ oder in Gänze als Raum für Kunstschaffende.

Erinnerungskultur und Demokratie stärken - Hotel Silber
Wir werden uns weiterhin für eine tolerante und weltoffene Stadt einsetzen, für ein friedvolles Zusammenleben, in der es keinen Platz hat für Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Rassismus. In Zeiten zunehmender weltweiter nationaler Gesinnung und Abschottung wollen wir, dass wir aus unserer eigenen Geschichte lernen.

Die Demokratie ist nicht vom Himmel gefallen, sondern musste aufgebaut und erlernt werden. Dieser Lernprozess scheint wieder verstärkt notwendig zu sein. Wir sind eine multikulturelle Gesellschaft. Doch gerade hier muss viel getan werden, dass die Erinnerung an die Zeiten des Nationalismus jungen Menschen vermittelt werden. Sie sollten aus der Geschichte lernen, damit sie sich nicht wiederholt.

Stolz sind wir, dass wir Sozialdemokrat*innen entscheidend dazu beigetragen haben das Hotel Silber zu erhalten. Anfang Dezember wurde es mit seiner Dauerausstellung im ersten Stock eingeweiht. Die Eröffnungswochen waren ein voller Erfolg.

Jetzt muss sich im Alltag beweisen, dass das einmalige Modell in ganz Deutschland gelingen kann, ein gemeinsames Projekt des Landes Baden-Württemberg, der Stadt und der ehrenamtlichen Initiative von Hotel Silber.

Wir wollen:
-    Auch zukünftig freien Eintritt im Hotel Silber, nicht nur bis Ende 2019
-    Die pädagogischen Angebote aller Beteiligten müssen koordiniert und miteinander gestaltet werden. Hierzu ist zur Präventionsarbeit und für die Zusammenarbeit mit Bildungsträgern der Ausbau der Stelle der Hotel Silber-Initiative notwendig. Auch die bisher Beteiligten der pädagogischen Aufarbeitung, besonders der Stadtjugendring und die Jugendhausgesellschaft brauchen weitere personelle Ressourcen.
-    Die „Diagonale des Grauens“ zwischen Hotel Silber und Staufenbergmuseum sollte kenntlich gemacht werden und durch die Umsetzung des Deserteurdenkmals vom Theaterhaus in diese Diagonale ergänzt werden.
-    Auch andere Mahnmale der Stadt und auf Friedhöfen sollen entsprechend sichtbar gemacht, rechtzeitig saniert und erhalten werden.

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