kwp_Stadtquartiere

Lebenswerte Stadtquartiere – Die Stadt als Lebensraum weiterentwickeln

Stuttgart ist eine vielseitige Stadt und eine Stadt der Gegensätze. Eine dichte Innenstadt mit starkem Handel und einem großen Kulturangebot trifft auf Stadtbezirke mit eigenen Zentren, aber auch mit dörflichen Strukturen. Stuttgart ist wichtiger Industriestandort mit Produktions- und Entwicklungsstätten, die ganze Stadtteile und Stadtlandschaften am Neckar prägen. Wir stehen dazu, dass Stuttgart wächst und wissen, dass wir am Anfang einer industriellen Transformation stehen. Wir wollen die Stuttgarter Eigenheiten erhalten, aber die Stadt auch zukunftsfähig machen. Wir schätzen die baukulturellen Denkmale genauso wie die Besonderheit der Stäffele. Wir sind stolz auf unser Weltkulturerbe und sehen Stuttgart in der Tradition des beispielhaften und experimentellen Bauens. Deshalb unterstützen wir die Initiative von Region und Stadt zur Durchführung einer Internationalen Bauausstellung und sind bereit neue Wege zu gehen und weiter zu denken.

Das Stadtentwicklungskonzept gemeinsam mit den Bürger*innenn weiterentwickeln!
Stuttgart hat mit dem Stadtentwicklungskonzept – STEK – ein wichtiges Instrument, das zum Beispiel zur Umsetzung der Stadt am Fluss Projekte und bei der Planung des Wohngebiets Neckarpark als Grundlage benutzt wird. Wir wollen dieses Konzept auf den Prüfstand stellen, das bisher erreichte evaluieren und für die kommenden Vorhaben zukunftsfähig machen. Die Weichenstellungen für die IBA-Projekte, die Planungen im Kulturbereich und die Schaffung neuer Wohnquartiere, auch auf Flächen, die bisher nicht bebaut sind, müssen demokratisch diskutiert und entschieden werden, im Einzelfall auch mit Bürgerentscheiden.

Stadtplanerische Aktivitäten von Institutionen und Initiativen stärker nutzen!
Mit der Idee der Reallabore kam aus dem universitären Bereich der Anstoß nach neuen Wegen in der Nutzung und Gestaltung von öffentlichen Räumen zu suchen. Daraus entwickelten sich Initiativen wie der Verein Stadtlücken, die wichtige Impulse für die Stadtgestaltung gaben. Wir finden diesen experimentellen Ansatz zur Lösung städtebaulicher Fragen wichtig und wollen diese Entwicklung fördern.

Auch auf Stadtteilebene und bei öffentlich wirksamen Bauvorhaben entstanden und entstehen Initiativen, oft getragen von Vereinen, die ihr direktes Lebensumfeld verbessern wollen. Ähnlich wie bei den Projekten zur sozialen Stadt führt die direkte Beteiligung der Menschen vor Ort zu einer positiven Entwicklung in den Quartieren. Das unterstützen wir und wollen in einem stadtweiten Runden Tisch Stadtentwicklung diesen Initiativen die Möglichkeit des Austausches mit Verwaltung und Politik auf Augenhöhe ermöglichen.

Die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessern und die Kulturmeile stärken!
Der rollende und stehende Individualverkehr hat großen Einfluss auf Lebens- und Aufenthaltsqualität in den Innenstadtvierteln. Städtebauliche Maßnahmen wie Geh- und Radwegverbreiterung, Schaffung zusätzlicher ebenerdiger Straßenquerungen und Entfall von Parkflächen helfen an vielen Stellen, führen aber oft zu einer Verdrängung des Verkehrs in innenstadtnahen Wohnquartieren. Es wird erst dann deutlich, welche Verbesserung und Entlastung eine dauerhafte Reduktion des Individualverkehrs mit sich bringt, wenn die Vorteile eines gut ausgebauten ÖPNVs auch für Handels- und Kulturbetriebe spürbar sind. Um die Verbindung Kulturmeile zum Einkaufsgebiet rund um Marktplatz und Königsstraße und zum Freiraum oberer und unterer Schlossgarten zu stärken, wollen wir deshalb den Bereich von Schwanenplatztunnel bis Marienplatz neu ordnen. Dazu gehören der fuß- und radläufige Ausbau der Verbindungen vom Gerichtsviertel, Bohnenviertel, Leonhardsvorstadt und Heusteigviertel zur Innenstadt und die Neudefinition von raumbildenden Straßenkanten. Nach den Gestaltungswettbewerben zu diesen Bereichen brauchen wir dann Untersuchungen und Vorschläge, um negative Folgen der Maßnahmen auf angrenzende Stadtquartiere zu vermeiden.

Zu einer lebenswerten Innenstadt gehören auch Investitionen in wichtige Kulturinstitutionen wie die Oper. Wir sehen darin einen Antrieb für die Innenstadtentwicklung. Wir wollen deshalb die Oper am Standort Oberer Schlossgarten halten und den Bereich zwischen Königstraße, Schillerstraße und Konrad-Adenauerstraße neu ordnen. Neue Kulturbauten, wie eine Philharmonie, ein Museum der Kulturen und ein Medienhaus sollen ihren Standort im Bereich des Cityrings haben.

Innenstadtnahe neue Wohnquartiere zukunftsfähig entwickeln
Wir stehen zu einem Experimentierfeld rund um die Wagenhallen und wollen an dieser Stelle Wohnen und Arbeiten neu zusammendenken. Wir sehen hier die Möglichkeit, dem kreativen Potential unserer Stadt einen dauerhaften Ort zum Leben zu geben und ein bestehendes Stadtquartier zu befruchten. Wir schätzen die Initiative des Kulturvereins Wagenhalle und unterstützen den experimentellen Ansatz zur Transformation der Container City. Der Schwerpunkt Wohnen soll an dieser Stelle erhalten bleiben und als IBA-Projekt der Stadt zukunftsweisend entwickelt werden.

Die Umwandlung des ENBW-Geländes am Stöckach in ein Wohnquartier sehen wir als besonders geeignet an, um unter der Überschrift „Energiewende“ ressourcensparende Erstellung und Versorgung exemplarisch auszuprobieren. Wir wollen deshalb den Einfluss der Stadt auf dieses Gelände verstärken.

Neue Stadtquartiere als städtebauliche Aufwertung bestehender Strukturen planen
Wir wollen den Rosenstein zu einer modernen 5-Minuten-Stadt entwickeln zusammen mit den zukünftigen Bewohner*innen und den ansässigen Menschen im Nordbahnhofviertel und dem ehemaligen IGA-Gelände. Wir erhalten die Erinnerung an den ehemaligen Gleisbogen an sinnvollen Stellen und nutzen Teile dieser Bereiche als neue Infrastruktur. Wir behalten die Flächen im Eigentum der Stadt, um Bodenspekulationen zu verhindern und gründen eine stadteigene Entwicklungsgesellschaft. Wir setzen dabei auf das Engagement neuer und alter Baugenossenschaften und auf die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft, um diesen Stadtteil wesentlich mitzugestalten. Mit einem runden Tisch Bodenvergabe wollen wir  mit den betroffenen Akteur*innen die Gestaltung und Verteilung der Grundstücke diskutieren und entscheiden. Soziale Mischung, gute Infrastruktur und neue wohn-, Arbeits- und Mobilitätsformen sollen das neue Quartier auszeichnen.

Ähnliche Potentiale sehen wir:
-    in Gaisburg in dem Gebiet zwischen Leuze und Kohlelager.
Wir wollen hier die Idee vom Wohnen am Fluss verwirklichen und durch die Überdeckelung der B14 den Neckar erlebbar machen. Wir halten es für notwendig, dass auch hier die Stadt die Flächen erwirbt und selbst entwickelt.
-    in Vaihingen auf dem Eiermann-Campus
Der Wettbewerb für das Quartier ist hier bereits entschieden und ein privater Investor dabei die Fläche zu entwickeln. Für uns ist wichtig, dass die Planung eng verzahnt wird mit dem Mobilitätskonzept für den gesamten Stadtteil Vaihingen auch mit Blick auf anstehende Gewerbeansiedlungen in diesem Bereich.
-    In Mühlhausen beim neuen Wohngebiet Schafhaus
Für den Ortskern von Mühlhausen und die Infrastruktur des Stadtteils wird die Erhöhung der Einwohner*innenzahl positive Auswirkungen haben. Wir setzen uns dafür ein, dass eine Erschließung des neuen Stadtteils nicht zu Lasten der bestehenden Wohnquartiere geht.
-    in Stuttgart-Mitte wollen wir die zwei getrennten Hälften der historischen
Leonhardsvorstadt unter Beibehaltung ihrer gewachsenen Identität wieder zusammenfügen. An der Nahtstelle, dem Züblinareal soll in Abstimmung mit den Bürger*innen bezahlbares Wohnen sowie ein vielfältiges kulturelles wie soziales Angebot realisiert werden.

Neben den erwähnten Beispielen gibt es noch zahlreiche andere Projekte in den Stadtteilen, die wir unterstützen. Wir setzen dabei darauf, dass Schaffung von Wohn- und Lebensraum einen Mehrwert durch die Stärkung der Infrastruktur in den bestehenden Stadtteilen bewirkt.

Qualität von Freiräumen bewerten und bewahren
In einer lebenswerten Stadt sind für die Erholung für Menschen Freiflächen und Freizeiteinrichtungen von wesentlicher Bedeutung. Wir setzen uns deshalb dafür ein in einem Freiraumkonzept die Bereiche zu erfassen und zu bewerten, die wichtig für Stadtgestaltung, Klima und Freizeitaktivitäten sind. Dazu gehört die Kulturlandschaft der Weinberge mit den Trockenmauern genauso wie die Plätze an und zwischen den Stäffelen. Das betrifft unser grünes U ebenso wie die Umgestaltung des Neckarufers und die Installierung einer Neckarwelle. Es geht auch um die Parks in den Stadtteilen und Restflächen, die noch landwirtschaftlich genutzt werden. Es wird bei der Bewertung aber auch um die Frage gehen, welche Nutzungen an welcher Stelle sinnvoll und zukunftsfähig sind. Denn erst dann können wir entscheiden, welche Flächen wir entsiegeln oder bebauen wollen. Potentiale gibt es für beides.

Die Stadtbezirke stärken
Wir als SPD Stuttgart wollen die einzelnen Stadtbezirke stärken. Zentral ist dabei der Ausbau der notwendigen Infrastruktur. Wir wollen, dass die Stadtbezirke lebenswert sind und dazu gehören der Ausbau der Stadtteilhäuser, Sportanlagen und die öffentliche Anbindung. Uns ist es auch wichtig, dass wir die Punkte aus dem Bürgerhaushalt nicht nur aufnehmen, sondern auch umsetzen. Damit die Stadtbezirke lebenswert bleiben, müssen wir die Bevölkerung vor Lärm und Umweltproblemen schützen. Zudem bedarf es einer Erhaltung des Bürgerbudgets der Stadtbezirke. Auch wollen wir, dass die Kompetenzen der Bezirksbeirät*innen erweitert werden.

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