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Verkehrskollaps abwenden und umweltverträgliche Mobilität schaffen

Der Autoverkehr in Stuttgart nervt – egal, ob man selbst im Auto sitzt oder nicht. In den letzten Jahren hat der Autoverkehr nicht abgenommen, sondern zugenommen. Täglich pendeln etwa 250.000 Menschen vom Stuttgarter Umland in die Stadt. Vollgeparkte Straßen verschlechtern die Lebensqualität in den Stadtquartieren. Auch tagsüber parken Pendler*innen in den Stadtteilen, um günstiger auf den ÖPNV umzusteigen. Doch auch innerhalb Stuttgarts wird viel öfter das Auto genommen als es der Stadt guttut. Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft werden an mehreren Stellen in der Stadt nicht eingehalten.

Wir wollen nicht das Autofahren an sich verteufeln. Diese Haltung wäre unehrlich und wirtschaftlich unklug. Wir wissen und schätzen es auch, dass ein großer Anteil des wirtschaftlichen Erfolgs unserer Stadt auf den Erfolgen der hiesigen Automobilindustrie beruht. Wir sind aber davon überzeugt, dass unsere Stadt nur dann eine gute Zukunft hat, wenn in der Stadt mehr mit Bus und Bahn gefahren wird und weniger mit dem Auto. Andere Städte zeigen uns, dass das möglich ist. Wir suchen aber auch nach Lösungen für die Orte, in denen die Stuttgarter*innen in großer Zahl das Auto nutzen werden. Dazu können auch Autotunnel gehören, wie wir es zum Beispiel in Feuerbach, in Heslach, in Vaihingen, in der Pragstraße oder in der Neckarvorstadt realisiert haben bzw. derzeit realisieren. Zur Entlastung der Bewohner*innen von Zuffenhausen unterstützen wir eine neue Tunnellösung für die verkehrsträchtige B10/B27.

Für uns Sozialdemokrat*innen ist wichtig, dass der Mensch und sein unmittelbares Bedürfnis nach Mobilität im Mittelpunkt der städtischen Politik stehen und nicht ein bestimmtes Verkehrsmittel. Und zuerst ist der Mensch immer Fußgänger*in! Deshalb wollen wir, dass die Perspektive der Fußgänger*innen ein wesentlicher Bestandteil bei jeder Planung wird. Wir brauchen ein vernetztes System von sicheren und bequemen Fußwegen in der Stadt und in den einzelnen Stadtbezirken.

Wir Sozialdemokrat*innen wollen, dass Stuttgart zur 5-Minuten-Stadt der kurzen Wege wird - mit attraktiven Stadtquartieren, wo die Dinge des Alltags zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt werden können. Die 5-Minuten-Stadt bringt Lebensqualität und ist ein wichtiger Beitrag zur umweltfreundlichen Mobilität, weil sie Autoverkehr vermeidet. Genauso wichtig ist es das Bus- und Bahnfahren attraktiver zu machen. Wir Sozialdemokrat*innen wollen, dass Stuttgart den besten Nahverkehr in ganz Deutschland bekommt.

Für Stuttgart den besten Nahverkehr in Deutschland
Der beste Nahverkehr in Deutschland ist optimal vernetzt. Er verfügt über ein gut ausgebautes Netz aus Bussen, Stadtbahn und S-Bahn. An wichtigen Knotenpunkten gibt es leistungsfähige Park- und Ride-Möglichkeiten, um das eigene Fahrzeug kostengünstig abzustellen. Aber auch Angebote von Fahrrädern und E-Mobilen sind einfach buchbar, um die letzte Meile zur Arbeit oder anderen Zielen komfortabel zurücklegen zu können. Dies gilt auch für Lastenverkehr mit Umschlageplätzen auf E-Lieferverkehr am Stadtrand

Um Verkehrsflüsse zu optimieren und optimal vernetzte Mobilitätsangebote zu ermöglichen, werden Verkehrsdaten sowohl zum Individualverkehr als auch zum ÖPNV in Echtzeit über öffentliche Softwareschnittstellen frei zugänglich gemacht.

Der beste Nahverkehr in Deutschland ist leistungsfähig und verlässlich. Er bietet einen 10- bzw. 15-Minutentakt, auch in den Abendstunden. Er weist eine hohe Pünktlichkeit auf und die Sitzplatzkapazität entspricht dem Bedarf. Stadt- und S-Bahnen fahren die ganze Nacht, um z.B. auch den Angestellten auf dem Flughafen eine Anfahrt ohne Auto zu ermöglichen. Unser Ziel ist es, dass jede*r Bürger*in 5 Minuten eine Bus- oder Stadtbahnhaltestelle erreicht. Durch Busspuren und entsprechende Ampelschaltungen wird das Busfahren verbessert und beschleunigt. Überdachte Bushaltestellen in der ganzen Stadt sind selbstverständlich.

Wenn wir den besten Nahverkehr Deutschlands haben, nehmen die Staus ab und die Luft wird besser. Das Leben in Stuttgart wird besser sein als heute – das können wir erreichen, wenn wir klug in den Ausbau des Nahverkehrs investieren. Unsere Stadt und unsere Region müssen bei Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur von Bund und Land stärker berücksichtigt werden, so wie dies ihrer Bevölkerungszahl, Wirtschaftskraft und dem Verkehrsaufkommen entspricht. Hierzu gehören insbesondere Maßnahmen zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der S-Bahnlinien in Stuttgart, zum Beispiel mit Hilfe einer neuen digitalen Leit- und Sicherungstechnik (ECTS) im neuen Stuttgarter Bahnknoten. Wir begrüßen die im Koalitionsvertrag im Bund vereinbarte Verdreifachung der Mittel zur Finanzierung des Nahverkehrs und setzen uns dafür ein, dass diese Mittel auch bei uns in Stuttgart investiert werden.

Wir versprechen uns von der Neuaufstellung des Bahnknotens Stuttgart mit Stuttgart 21, dass das Fahren mit den Regionalzügen deutlich attraktiver wird, als dies heute der Fall ist. Im Nahverkehrsentwicklungsplan der Stadt ist von einer möglichen Verdoppelung der heutigen Nutzer*innenzahlen im Stuttgarter Stadtgebiet auf rund 150.000 Fahrgäste an Normalwerktagen die Rede. Durch den neuen Bahnknoten, durch die neue S-Bahnhaltestelle Mittnachtstraße sowie durch die Neuordnung des Zugverkehrs von Bad Cannstatt wird die heute völlig überlastete S-Bahn deutlich gestärkt.

Andererseits führen die vielen Baustellen von Stuttgart 21 zu einer hohen Belastung der Bahnreisenden aber auch der Anwohner*innen, des Autoverkehrs und auch des öffentlichen Nahverkehrs insbesondere der Stadtbahnen am Knotenpunkt Staatsgalerie. Sehr ernüchternd sind die deutliche Überschreitung des ursprünglich genannten Kostenrahmens und die Verschiebung des Fertigstellungstermins auf das Jahr 2025. Die Erschließung des neuen Rosensteinviertels und der dringend notwendige Wohnungsbau auf den freiwerdenden Flächen verzögern sich dadurch deutlich. Wir fordern die Deutsche Bahn AG auf, ihren vertraglichen Pflichten nachzukommen und alle bis jetzt angefallenen Bauverzögerungen durch Beschleunigungsmaßnahmen zu minimieren.

Es ist unser Ziel, die im Rahmen des Volksentscheids festgelegte Lösung, bestmöglich und möglichst rasch auch umzusetzen. Allerdings sind wir der Auffassung, dass die Deutsche Bahn für Mehrkosten die Verantwortung trägt und diese auch zu übernehmen hat. Eine finanzielle Beteiligung der Stadt an den Mehrkosten lehnen wir ab. Transparenz beim Baufortschritt und Rücksichtnahme auf Anlieger*innenbeschwerden während der Bauphase sind uns besonders wichtig. Hier müssen Bahn und Landesregierung noch deutlicher besser werden.

Die Landesregierung weist im Übrigen in ihrem Luftreinhalteplan darauf hin, dass Stuttgart 21 den Nah- und Regionalverkehr erheblich verbessern wird. Gleichzeitig bieten sich weitere Entwicklungsmöglichkeiten im Schienenpersonenverkehr. Wir wollen aber für den besten Nahverkehr Deutschlands noch mehr tun. Konkret heißt das für uns:

-    S-Bahn-Direktverbindung von Vaihingen über die Gäubahn nach Feuerbach; zusätzliche Schaffung weiterer S-Bahn-Haltestellen in Stuttgart-West und Stuttgart-Nord mit Anschluss an die Stadtbahn- und Bus-Linien.
-    S-Bahn-Direktverbindung von Bad Cannstatt nach Feuerbach durch Bau des Nordkreuzes. Vom Norden kommend sollten generell weitere Ausbauoptionen offengehalten werden.
-    Verlängerung des Stadtbahnnetzes von Weilimdorf nach Hausen/Ditzingen, von Neugereut nach Schmiden/Fellbach, und eine Direktverbindung von der Innenstadt zur Hohenheimer Uni (Möhringer Kurve).
-    Neue Stadtbahnlinie vom Vaihinger Industriegebiet zum Flughafen sowie in die andere Richtung bis nach Büsnau.
-    Auch die U19 muss endlich bis zum Mercedes-Benz-Museum und dem Daimler-Werkstor und im Anschluss über den Neckar, ggf. sogar darüber hinaus bis auf die Fildern verlängert werden. Wir wollen eine echte zukunftsweisende Filderauffahrt, nur eben mit dem öffentlichen Nahverkehr. Im Norden der Stadt sollte die Stadtbahn vom Bahnhof Zuffenhausen über Neuwirtshaus und Schwieberdingen bis nach Möglingen/Markgröningen verlängert werden.
-    Wir brauchen rasch längere Stadtbahnzüge und damit mehr Platz auf der Tallängslinie zwischen Bad Cannstatt und Vaihingen. Damit kann der Expressbus X1 nach Bad Cannstatt entfallen und als Ringlinie um die Innenstadt weiterentwickelt werden.
-    Ausbau der Schusterbahn als neue Tangentialverbindung von Ludwigsburg nach Esslingen, mit der Option einer Streckenverlängerung nach Markgröningen.
-    Der 10-Minutentakt soll mindestens in den Hauptverkehrszeiten Standard für alle Buslinien werden und in den Innenstadtbezirken der 5-Minuten-Takt.
-    Es ist unbedingt zu vermeiden, dass SSB-Busse insbesondere bei Hauptverkehrszeiten im Stau stehen. Deshalb müssen Busspuren bei mehrspurigen Straßen konsequent angelegt werden.
-    Auch müssen in der City und im gesamten Stadtgebiet Vorrechtsampeln für Busse und Bahnen installiert werden. Manche sind nicht immer betriebsbereit oder fehlen ganz. Nutzer*innen des öffentlichen Verkehrs sind hier grundsätzlich zu bevorzugen. Über pünktliche Arbeitnehmer*innen freuen sich auch die Stuttgarter Unternehmen und Institutionen.
-    Konsequente Umsetzung des im Rahmen von S21 geplanten Metropol-Express-Konzeptes mit einer einhergehenden Kapazitätserhöhung von 30%. Hierzu braucht es auch eine Integration der Regionalzüge in das Gesamtkonzept.
-    Für eine Metropolregion selbstverständlich fahren S-Bahnen und Stadtbahnen die ganze Nacht. Das Nachtbusnetz soll neu strukturiert und ausgebaut werden. Dies ist vor allem für Menschen von großer Bedeutung, deren Arbeit am frühen Morgen beginnt oder spät in der Nacht endet, z.B. am Flughafen, in Kliniken und im Gastgewerbe.
-    Seilbahn quer zum Talkessel vom Pragsattel über die Mineralbäder und Ostendplatz, ggf. bis hoch an den Fernsehturm in Degerloch.
-    Wir wollen, dass „SSB Flex“ dort angeboten wird, wo Stadtteile nicht ausreichend an den ÖPNV angebunden sind. Ebenfalls soll eine Barzahlung möglich sein.

Mit dem 365-Euro-Ticket gut und günstig Bus- und Bahnfahren
Die Verkehrsprobleme in unserer Region erfordern gemeinsame regionale Ansätze. Nur wenn es gelingt, die Pendler*innenströme auf den öffentlichen Nahverkehr zu verlagern, steigt die Lebensqualität in der Stadt, und es entsteht Platz für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Dazu braucht es ein attraktives Jahresticket, das sich jede*r leisten kann.

Wichtig dabei ist, dass der beste Nahverkehr Deutschlands auch bezahlbar ist! Zudem wollen wir, dass der beste Nahverkehr Deutschlands fair finanziert wird, d.h. dass die Fahrgäste nicht Jahr für Jahr eine immer größere Last zu tragen haben. Ihr fairer Anteil zur Finanzierung von Löhnen und Gehältern sowie von Strom und Kraftstoffen darf nicht über 50% liegen, und nicht wie derzeit bei über 60%. Die dann noch fehlenden Mittel sollten aus Steuermitteln des Bundes, des Landes und der Stadt stammen. Außerdem wollen wir, dass die Unternehmen in der Region einen zusätzlichen Beitrag zur Finanzierung des Nahverkehrs leisten. Schließlich sind viele Beschäftigte auf gute Bus- und Bahnverbindungen angewiesen, um zur Arbeit zu kommen. Auflagen für Mitarbeiter*innenparkplätze können im Gegenzug gelockert werden.

Bereits in den letzten Jahren unterstützen viele Arbeitgeber*innen in Stuttgart das Jobticket mit einem Zuschuss von 20 Euro pro Monat. Diesen Beitrag wollen wir auf alle Arbeitgeber*innen und alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in der Region verpflichtend ausweiten. Bei etwa 1,25 Millionen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in der Verbundregion ergäben sich dadurch Zusatzeinnahmen von 300 Millionen Euro zur Co-Finanzierung eines 365-Euro-Jahrestickets für alle und zwar für alle Fahrten im Verkehrsverbund Stuttgart, also von Backnang bis Herrenberg und von Göppingen bis Vaihingen/Enz.

Um eine derartige Erhebung zu ermöglichen, ist jedoch ein entsprechendes Landesgesetz erforderlich. Wir wissen, dass das Verkehrsministerium über ein neues Landesgesetz nachdenkt, mit dem auch eine Citymaut oder eine Nahverkehrsabgabe (verpflichtende Abgabe von 365 Euro pro Jahr für alle Autobesitzer*innen in Stuttgart) ermöglicht werden sollen. Trotzdem finden wir, dass eine Co-Finanzierung des 365 Euro-Jahrestickets mittels einer verpflichtenden Arbeitgeber*innenabgabe das bessere und gerechtere Finanzierungsmodell für die Zukunft darstellt.

Eine zentrale Ungerechtigkeit der von den Grünen geforderten Nahverkehrsabgabe liegt darin, dass Polo-Fahrer*innen den gleichen Beitrag wie  Porsche-Fahrer*innen leisten sollen. Auch sind die zusätzlichen Einnahmen für die Einfahrt von Fahrzeugen von außerhalb der Stadt Stuttgart sehr schwer vorhersehbar und damit kaum geeignet die notwendigen Investitionen in den Ausbau des ÖPNV nachhaltig zu finanzieren.

Zudem erwirtschaften sowohl das Land als auch die Stadt aktuell große Haushaltsüberschüsse, und deshalb wollen wir auch, dass die Stadt Stuttgart die vorhandenen Steuermittel zur Finanzierung eines attraktiveren Nahverkehrs nutzt!

Stuttgart muss schon in diesem Jahr bei Schüler*innen, Azubis und Studierenden sowie bei Senior*innen vorangehen
Durch eine Erhöhung des städtischen Schülerbonus um zehn Euro wollen wir kurzfristig den Preis für das School-Abo für Schüler*innen auf einen Monatspreis von dreißig Euro bzw. einen Jahrespreis von rund 365 Euro senken. Außerdem wollen wir auch das Seniorenticket mit einem städtischen Zuschuss für alle älteren Bürger*innen preiswerter machen. Auch hier wollen wir einen Jahrespreis von 365 Euro erreichen. Das Azubiticket ist ohnehin zu teuer und sollte durch eine Erweiterung der Schülerbonus-Bezuschussung ebenfalls auf einen Jahrespreis von 365 Euro sinken. Schließlich streben wir an, auch den Preis des Studi-Tickets durch städtische Zuschüsse für alle Studierende an Stuttgarter Hochschulen auf 365 Euro pro Jahr zu reduzieren.

Die genannten Gruppen profitieren nur zu einem kleinen Teil von der Tarifreform, die zum 1. April 2019 in Kraft tritt. Auch deshalb ist unser Vorschlag für eine Preissenkung des Abos für Schüler*innen bzw. für alle, die sich in einer Ausbildung befinden, sowie für Senior*innen eine Frage der Gerechtigkeit. Grundsätzlich streben wir an, dass Schüler*innen kostenlos Bus und Bahn fahren können. Ein solcher Schritt erfordert eine deutliche Erhöhung der Landeszuschüsse für die Schülerbeförderung. Wir wollen es auch Familien ohne Abo leichter machen, öffentlich zu fahren. Deshalb sollte die Tageskarte für bis zu 5 Personen reduziert werden.

Schließlich wollen wir auch das Kurzstreckenticket attraktiver machen. Es soll für Fahrten mit bis zu fünf Bushalten angeboten werden, nicht mehr nur für drei. Der Fahrpreis soll bei einem Euro pro Fahrt liegen. Dadurch wird die Busfahrt für Erledigungen im näheren Umfeld selbstverständlich. In den äußeren Stadtbezirken wird das Kurzstreckenticket so zu einem attraktiven Nahversorgungsticket. Das Auto kann stehen bleiben. Auch das macht für uns die 5-Minuten-Stadt aus.

Stuttgarter Radentscheid unterstützen
Der Radfahrnetz in Stuttgart ist nach wie vor Stückwerk und an einigen Stellen für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen sehr gefährlich. Wir wollen das Radfahrnetz wie im Stuttgarter Radentscheid gefordert, konsequent und mit anspruchsvollen Zielen ausbauen. Daher haben wir den Radentscheid und auch die Unterschriftensammlung aktiv unterstützt.

Der von der SPD beantragten und mehrheitlich beschlossenen nachhaltigen Erhöhung des Radetats müssen weitere Schritte folgen, insbesondere braucht die Stadt zusätzliches Personal, um mehr für den Radverkehr und für die Förderung des Fußverkehrs machen zu können als heute. Andere Städte sind hier deutlich weiter.

Dazu gehört insbesondere eine Verbesserung der Fahrrad-Infrastruktur auf Stadtteilebene:
Sichere, bequeme und gut beschilderte Verbindungen können hier viele Autofahrten überflüssig machen. Dazu braucht es mehr und sichere Abstellmöglichkeiten für das Rad an zentralen Punkten und an den Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs.

Die Elektromobilität ausbauen
Wir wollen die Elektromobilität weiter ausbauen. Insbesondere für den innerstädtischen Autoverkehr sind Kleinfahrzeuge mit Elektromotoren schon heute die beste Wahl. Diese Fahrzeuge sind nahezu geräuschlos, emittieren keine Schadstoffe und verbrauchen vergleichsweise wenig Platz. Um der Elektromobilität eine relevante Verbreitung zu ermöglichen ist ein massiver Ausbau der Ladeinfrastruktur erforderlich.

Wenn Feinstaub und Stickoxide nachhaltig vermieden werden sollen, muss auch die Citylogistik die Chancen der Elektromobilität für den Transport von Waren und Dienstleistungen insbesondere auf der sogenannten „letzten Meile“ nutzen. Hier sind rechtliche Vorgaben zum Beispiel für Paketzustelldienste erforderlich. Auch der öffentliche Fuhrpark der Stadt und der SSB muss komplett auf umweltverträgliche Antriebstechniken (hauptsächlich Elektromobilität) umgestellt werden.

Wir Sozialdemokrat*innen sind jedoch Realist*innen. Auch am Straßenrand unserer Stadt wird der Ausbau der Ladesäulen für Elektrofahrzeuge an seine Grenzen stoßen. Nicht jede*r Autobesitzer*in in unserer Stadt hat ihren*seinen  eigenen Stellplatz oder ihre*seine eigene Garage, um eine Ladesäule zu installieren. Es ist also wichtig neben der batteriebetriebenen Elektromobilität auch alternative schadstoffarme und CO2-neutrale Antriebstechnologien voranzutreiben. Das sind zum einen die Brennstoffzellentechnologien aber auch die Verbrennung von sogenannten synthetischen Kraftstoffen, die aus Wasserstoff und CO2 (aus der Luft) gewonnen werden können. Entsprechende Forschungs- und Entwicklungsprogramme haben wir in letzten Jahren in Berlin und Brüssel initiiert.

Für die Stuttgarter Region hat die Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen eine sehr große Bedeutung, da damit die vorhandenen Verbrennungstechniken und das Know-how Stuttgarter Unternehmen und Ihre Mitarbeiter*innen für eine saubere und klimaneutrale Mobilität genutzt werden. Die Automobilindustrie nehmen wir in die Pflicht, ihr Geschäftsmodell klimafreundlich umzubauen. Dabei steht für uns außer Zweifel, dass hierfür neue Technologien notwendig sind, die im Einklang mit unseren Klimaschutzzielen stehen. Im Schulterschluss mit den Gewerkschaften setzen wir uns dafür ein, dass die Transformation der Automobilindustrie nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird, sondern dass gute Arbeitsplätze in Stuttgart bestehen bleiben.

Wichtig für uns ist, wer heute in Stuttgart bereits einen Diesel unterhalb der Euro6d-Grenzwerte besitzt, braucht eine Möglichkeit, sein Fahrzeug kostengünstig nachzurüsten. Gefordert sind hier die Hersteller, die technischen Lösungen bereitzustellen und die erforderliche Zulassung zu erwirken. Eine kalte Enteignung, die nur daraufsetzt, dass Menschen sich einfach ein neues Fahrzeug zulegen, ist unsozial. Wer, wie die grün-schwarze Landesregierung allein auf flächendeckende Fahrverbote setzt, bei denen erst nach großem politischen Druck die vorhandenen Park- und Ride Plätze angefahren werden können, verweigert all jenen die Mobilität, die sich nicht auf die Schnelle ein neues Auto leisten können.

Menschen in der Stadt vom Autoverkehr entlasten
Um die Lebensqualität zu erhöhen und die Luftbelastung zu verbessern, wollen wir den Individualverkehr mit Autos reduzieren. Hierzu sind eine Vielzahl von Maßnahmen umzusetzen:

-    Pförtnerampeln an den Einfallstraßen in unsere Stadt mit intelligenten Ampelschaltungen, die eine Verkehrsüberlastung in den Innen- und Außenbezirken verhindern.
-    Autofreie Innenstadt innerhalb des inneren Rings: lediglich die Zufahrt zu den Parkhäusern bleibt weiterhin möglich; das Parken im öffentlichen Raum (oberirdisch) wird nicht mehr erlaubt.
-    Konsequentes Parkplatzmanagement für Anlieger*innen auch in den Außenbezirken
-    Ausbau von verkehrsberuhigten Zonen auch in den Außenbezirken.
-    Rückbau der Auffahrtsrampe der B10/27 bei der Friedrichswahl und Umbau des Knotens Heilbronner/Ludwigsburger Straße/U-Bahn. Tunnel B10/27 in Zuffenhausen, um die Anwohner*innen vor Emissionen zu schützen.
-    B10-Überdeckelung vom Leuze-Bad bis zum Gaskessel, um damit das Wohnen am Fluss zu ermöglichen.
-    Verbesserte Anschlüsse an die Gewerbegebiete in Vaihingen/Möhringen und damit Reduzierung des Verkehrsaufkommens in den beiden Stadtbezirken.
-    Halbierung der oberirdischen Fahrspuren entlang der Kulturmeile.

Den Bau eines Nord-Ost-Rings lehnen wir ab, weil er zusätzlichen Verkehr mit sich bringt. Deshalb finden wir den Ausbau der vorhandenen Landesstraße von Mundelsheim nach Backnang besser.

Die Zukunft des Stadtverkehrs: Bessere Verknüpfung der einzelnen Verkehrsmittel
In der Zukunft wird die Nutzung unterschiedlicher Verkehrsträger innerhalb eines Weges eine immer größere Rolle spielen. Neben einer optimalen Anbindung des Fußgänger*innennetzes an die Haltestellen von Bus und Bahn muss auch die Verknüpfung des öffentlichen Nahverkehrs mit dem Fahrrad und dem Auto wesentlich besser werden. Haltestellen müssen zu Mobilitätspunkten werden mit starken, attraktiven und sichtbaren Angeboten von stationsgebundenem Car-Sharing, verschiedenem Bikesharing - auch mit Lastenrädern, Park-and-Ride- und Radstationen bis hin zu automatisierten Fahrrad-Parkhäusern mit zusätzlichen Serviceangeboten.

Als Schlüssel für ein attraktives und nachhaltiges Verkehrssystem in Stuttgart sehen wir die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel und die Orientierung an alternative Energieformen. Wir sehen die Zukunft des Verkehrs eng mit dem Klimaschutz und mit der Energiewende verbunden: Denn neue Formen der Mobilität verlangen alternative Energiequellen und neue Speichermöglichkeiten - zum Teil bieten elektrisch betriebene Fahrzeuge diese selbst, weil sie Energie auch produzieren und speichern können. Zum Teil benötigt E-Mobilität noch zusätzliche Energiequellen, diese wollen wir aus der Photovoltaik beziehen: wir fordern für die Energiewende in Stuttgart, auf allen geeigneten Dächern Photovoltaik zu installieren. Die Verkehrswende und die Energiewende sind nur miteinander zu erreichen. Dafür wollen wir in jedem Quartier Lösungen entwickeln, mit den Bürger*innen, und passend zu den örtlichen Bedürfnissen.

Unsere Idee: Eine Ring-Bahn der dritten Dimension für Stuttgart
Wir möchten das Stadtbahnnetz, das heute als Sternnetz vorliegt, im Bereich des Stuttgarter Zentrums entlasten. Dazu soll das bestehende Stadtbahnnetz durch neue Technologien wie z.B. eine Hängeschwebebahn als Ringbahn ergänzt werden. Diese Ringbahn vernetzt die äußeren Stadtbezirke z.B. auf den Fildern und stellt dabei gleichzeitig einen schonenden Verbrauch an Grünflächen sicher, da diese Bahn über bestehenden Straßen oder anderen bereits bebauten Flächen installiert wird. Vorteilhaft sind auch die geringen Baukosten und die kurze Bauzeit, da keine Tunnelarbeiten benötigt werden und trotzdem die städtische Topografie bewältigt werden kann.

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