Bildung ist ein Menschenrecht

Veröffentlicht am 25.04.2009 in Vorwärts

Bildung ist ein Menschenrecht – dies ist ein zentraler Leitgedanke in unserem Regierungsprogramm zur Bundestagwahl am 27. September; ein Gedanke, den wir uns auch für die Kommunalwahl am 7. Juni in Baden-Württemberg auf die Fahnen geschrieben haben.

Jedes Kind hat das gleiche Recht auf eine gute Bildung als Grundlage für ein erfülltes Leben und als Eintrittskarte für gute, qualifizierte Arbeit. Das gilt unabhängig von der Herkunft und unabhängig vom Einkommen der Eltern. Bildung als Menschenrecht ist die Voraussetzung für echte Chancengleichheit. Solange in unserem Bildungssystem Hürden für benachteiligte Menschen bestehen, bleiben die Chancen ungerecht verteilt. Kommunalwahl: Chancengleichheit in Baden-Württemberg Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen, dass auch in Baden-Württemberg jedes Kind seine Potentiale und Talente voll entfalten kann. Entscheidend ist dabei, dass nicht die Kinder für die Schule passend gemacht werden, sondern dass jedes Kind maximal gefördert wird. Wir wollen Chancengleichheit aus einem Guss und von Anfang an. Deshalb treten wir ein für mehr Betreuungsplätze für Kleinkinder unter drei Jahren, um die per Rechtsanspruch festgelegte Versorgungsquote von 35 Prozent in 2013 zu erreichen. Deshalb wollen wir gebührenfreie Kindergärten und ein warmes Mittagessen in Kindertagesstätten und Schulen für nur einen Euro, um Kinderarmut entgegenzuwirken. Deshalb brauchen wir intensive Sprachförderung in Kindergärten und dies insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund. Deshalb brauchen wir ein flächendeckendes Netz von echten Ganztagesschulen, die mit genügend Lehrerdeputaten versorgt sind. Und deshalb setzen wir uns ein für eine Schulstruktur, die längeres gemeinsames Lernen möglich macht und die Sozialauswahl nach der 4. Klasse beendet! Werkrealschule: Mogelpackung der Landesregierung Es wird Zeit, dass wir in Baden-Württemberg die Bildungsblockade der Landesregierung überwinden. Aktuell wird dies noch deutlicher, wenn wir zum Beispiel die Mogelpackung des Kultusministeriums bei der Weiterentwicklung der Hauptschulen zu neuen Werkrealschulen betrachten. Denn noch im Dezember hatte Kultusminister Rau erklärt, das Versetzungszeugnis in der Hauptschule reiche aus, um Neuntklässler der zukünftigen Werkrealschule zur zehnten Klasse zuzulassen. Nun sind für die Aufnahme in die zehnte Klasse plötzlich hohe Zulassungsbeschränkungen vorgesehen, indem nur die besten Werkrealschüler zur mittleren Reife zugelassen werden; und damit verbindet sich die neue Schulart für die meisten Schülerinnen und Schüler nicht mit den versprochenen zusätzlichen Chancen, sondern sogar mit größeren Versagenserlebnissen! So bröckelt das Ansehen der neuen Schulart, ehe sie überhaupt eingeführt worden ist – oder anders gesagt: Die Werkrealschule wird die Akzeptanzprobleme der Hauptschule übernehmen. Das einzige Ziel der Landesregierung ist es offenbar, mit dieser Methode viele kleine Hauptschulen zu schließen und damit die notwendige Diskussion um die Schulstruktur zu unterdrücken. Der 7. Juni ist ein guter Anlass, diesem Etikettenschwindel in Baden-Württemberg den Boden zu entziehen. Die Kommunalwahl ist die Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen für ein modernes und gerechtes Bildungssystem in unserem Land. Dafür lohnt es sich, zu streiten! Denn der notwendige Qualitätssprung im Bildungswesen wird nur gelingen, wenn Bund, Länder und Kommunen gemeinsam handeln und alle Glieder der Bildungskette ineinander greifen. Das Menschenrecht auf Bildung können wir nur gemeinsam verwirklichen. Entscheidend ist, dass nicht die Kinder für die Schule passend gemacht werden, sondern dass jedes Kind maximal gefördert wird. Herzlich, Eure Ute Vogt SPD-Landesvorsitzende

 

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