Plastik oder Skulptur: was ist der Unterschied?

Veröffentlicht am 18.11.2025 in Veranstaltungen

Nach ihrem überaus erfolgreichen Kulturspaziergang im September in Sillenbuch lud Sara Dahme, SPD Stadträtin und Landtagskandidatin, zusammen mit dem SPD-Ortsverein diesmal in Heumaden zum Kulturspaziergang ein. Trotz Nieselregens konnte Sara Dahme rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger willkommen heißen. Mit alkoholfreiem Punsch, Kaffee, Tee und Knabbereien ging es los zum ersten Kunstwerk nördlich der Unterführung Haltestelle Bockelstraße: „Pflasterkopf Seitlich Tief Verletzt“. Sara Dahme erläuterte die Herausforderungen eine solche Bronzeplastik zu erstellen. Sie ist hohl und wird in eine Form gegossen, wohl eine wirkliche „Herkulesarbeit“. Die Plastik wurde 1987 von Martin Matschke erschaffen. Geboren in Schlesien war er später Gasthörer an der Kunstakademie in Stuttgart, er verstarb 2017. Sara Dahme erklärte zum Hintergrund, dass Pflastersteine an sich unzerstörbar sind, was jeder weiß, der schon einmal auf altrömischen Straßen wandelte. Den Künstler erinnerte der Pflasterverbund an eine Gesellschaft, die viele Individuen vereint. Doch im Gegensatz zum Pflasterstein ist der Einzelne nicht unverwundbar, dargestellt als Einschnitte und Reliefs in der Plastik.

Das Besondere an der Kunst im öffentlichen Raum ist ihre Nahbarkeit und Berührbarkeit, die eben nicht nur eine Möblierung darstellt, sondern unseren unmittelbaren Bezug zu unserer Umgebung beeinflusst. Dabei erwähnte Sara Dahme auch manch Kurioses, etwa, dass Kunstwerke entgegen des Künstlers Wunsches nämlich zur Unfallvermeidung schon mal auf Sockel gestellt werden. Dann ging es gemeinsam in die Unterführung mit Erläuterungen zum Graffiti auf einer Seitenwand. Im Allgemeinen werden für diese kunstvollen Graffiti Profis beauftragt. Als Nebeneffekt erhofft man sich, dass keine unerwünschten und unerlaubten Graffiti angebracht werden. Es ist Ehrenkodex Graffiti nur dann zu übermalen, wenn man es besser kann. Leider scheint dieses ungeschriebene Gesetz vielerorts verloren gegangen zu sein. Es so kostet es die Stadt viel Geld, auch solche Graffiti zu entfernen, ebenso wie die unerlaubt an Häuser oder sonstigen Freiflächen gesprayten. 
Dann ging es wieder hinaus in den Nieselregen zum nächsten Kunstwerk: „Morgen-Abend-Stele“, das 1985 von Renate Hoffleit mit portugiesischem Marmor geschaffen wurde. Renate Hoffleit ist gebürtige Stuttgarterin und studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Die Stele steht südlich der Unterführung auf einer Wiese gegenüber der neuen Modulbauten der Gemeinschaftsunterkunft Heumaden. Bei der Stele handelt es sich um eine Skulptur. Im Gegensatz zu geformten Plastiken werden bei Skulpturen, ausgehend von einem festen Körper (Stein, Holz, etc.) äußere Teile entfernt und so das Kunstwerk freigelegt. Marmor ist dazu aufgrund der nicht allzu harten Oberfläche besonders gut geeignet. Das besondere an dieser Stele sind zwei dünne Bereiche, durch die morgens bzw. abends die Sonnen durch den Stein scheinen kann. Nach gründlicher Reinigung war die Stele durch die Stadt um ca. 50 Meter vom Weg in die Wiese versetzt worden, sodass sie jetzt unbeschattet von Bäumen oder Sträuchern im Licht steht.
Wie einmal mehr gelang es Sara Dahme durch ihre freundliche, humorvolle und hochkompetente Art ihre Gäste in ihren Bann zu ziehen. Fragen und Anregungen hat sie dabei wohlwollend aufgenommen und überaus überzeugend in ihren Vortrag eingebaut. 
 

 

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