SPD-Regionalfraktion unterstützt autobahnnahe Trasse und Bau des Flughafenfernbahnhofs näher am Terminal

Veröffentlicht am 27.06.2012 in Pressemitteilungen

„Die Führung der Gäubahn über Tübingen oder die alte Trasse ist für uns nicht verhandelbar.“
Der Vorsitzende Harald Raß und der verkehrspolitische Sprecher, Thomas Leipnitz, haben in Stuttgart die Haltung ihrer Fraktion zu den Variantenvorschlägen bei der Trassenführung von Stuttgart 21 auf den Fildern vorgestellt.

„Wir unterstützen den Vorschlag von SPD-Landtagsfraktion und Walter Bauer für eine Trassenführung der Bahnstrecke Richtung Singen auf den Fildern südlich der Autobahn bis zur Rohrer Kurve. So kann die von den Bewohnern von Leinfelden-Echterdingen geforderte Trennung von S-Bahn und Fern- und Regionalverkehr zur Lärmminderung und zur Vermeidung von Erschütterungen erreicht werden“, begründet Leipnitz die Haltung seiner Fraktion. Für die SPD-Regionalfraktion ist dabei klar, dass dort wo es nötig ist, auf die Belange von Mensch und Natur mit geeigneten baulichen Maßnahmen besonders Rücksicht zu nehmen ist.

Nach Ansicht der SPD in der Regionalversammlung ist der heutige Planungsstand für den neuen Flughafenfernbahnhof (26 Meter tief und 250 Meter entfernt vom S-Bahnhof und vom Flughafen) verkehrlich nicht mehr zeitgemäß, weil er die Verkehrsbedürfnisse der Menschen nach kurzen Umsteigewegen ignoriert. „Der künftige Flughafenfernbahnhof muss möglichst nahe an das Flughafengebäude und die heutige S-Bahnstation heran gerückt werden“, erläutert Leipnitz.

Eine klare Absage erteilte Thomas Leipnitz, der auch Vorsitzender der SPD in der Region Stuttgart ist, Überlegungen die Gäubahn entweder über Tübingen oder die bestehende Gäubahntrasse an den Bahnknoten Stuttgart anzuschließen.

„Wer bereit ist, seinen Widerstand gegen Stuttgart 21 für eine 2-stündige ICE-Anbindung seiner Stadt nach Zürich aufzugeben wie Tübingens OB Palmer, zeigt nunmehr deutlich, wie wenig glaubwürdig sein Protest gegen Stuttgart 21 all‘ die Jahre gewesen ist“, stellt Harald Raß fest. Eine solche Variante verstößt dazu gegen internationale Verträge mit der Schweiz.

Demgegenüber hatte dessen Parteifreund Verkehrsminister Hermann vorgeschlagen, weiterhin die Fern- und Regionalzüge aus Richtung Singen über die bestehende Gäubahntrasse in Stuttgart und einen Kehrtunnel zum neuen Hauptbahnhof zu führen.
„Die direkte Führung der Gäubahn aus Richtung Singen/Rottweil über den Flughafen ist verkehrlich wegen der Anbindung des Filderraums sinnvoll und für uns deshalb nicht verhandelbar“, stellt Leipnitz fest.
Die Trassenführung über den Flughafen und die Rohrer Kurve ist Bestandteil der Verträge von Stuttgart 21 und wäre deshalb nur im Konsens aller Projektpartner veränderbar. Stadt und Region haben aber bereits deutlich erklärt, dass eine solche Lösung für sie nicht in Frage kommt.

„Wer den Menschen vor diesem Hintergrund vorgaukelt, dass es hier noch etwas zu verändern gäbe, handelt wider besseres Wissen und spielt bewusst mit den Erwartungen und Hoffnungen der Menschen und gefährdet so den Erfolg des Filderdialogs“, bemerkt Raß.
In diesem Zusammenhang bedauerte er auch den Rückzug von Oberbürgermeister Klenk aus dem Filderdialog.

Mit Unverständnis reagierte Leipnitz hingegen auf die im Filderdialog vorgestellte Variante eines S-Bahn-Ringschlusses und eines Verzichts auf den planfestgestellten und bereits vergebenen Fildertunnel: „Es ist mir rätselhaft, wie die für die Leitung des Filderdialogs Verantwortlichen überhaupt eine solche Variante für die Diskussion zulassen konnten!“
Eine solche Variante würde die Umplanung des kompletten Bahnknotens Stuttgart bedeuten, wobei die Planung und Finanzierung eines S-Bahn-Rings angesichts des 2019 auslaufenden Entflechtungsgesetzes unmöglich ist.
„Es kommt jetzt darauf an, im Filderdialog herauszuarbeiten was geht und was nicht. Die SPD in der Region ist bereit, realistische und umsetzbare Varianten zu unterstützen“, bemerkt Harald Raß abschließend.

 

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