Jusos wollen Mängel im Stuttgarter Osten beheben und Jugend gewinnen
Jusos wollen Mängel im Stuttgarter Osten beheben und Jugend gewinnen
S-OST - "Die Politik ist gar nicht so fern" - das sollen die Jugendlichen aus dem Stadtteil begreifen und erfahren. So formuliert Daniel Campolieti das Hauptziel der "Jusos" , die sich "erst mal richtig gründen" wollen und jugendpolitische Themen im Stuttgarter Osten behandeln wollen.
Die Ballsporthallen, insbesondere die Halle der Grund- und Hauptschule Ostheim, sind renovierungs- und modernisierungsbedürftig, das Jugendhaus Ostend hat einen schlechten Ruf, es herrscht nach wie vor eine Barriere zwischen ausländischen und deutschen Jugendlichen im Stadtteil, Gablenberg ist nicht an die Nachtbus-Linie angebunden - es gibt so einiges zu tun für die derzeit etwa 30 "Juso"- Mitglieder. "Jusos", das ist die Jugend der SPD, das sind "keine alternden Politiker", sagt Sara Seyfried, die mit ihren 19 Jahren den "Juso-Altersdurchnitt" von etwa 22 Jahren eher ein bisschen senkt als hebt, "das sollen alle Jugendlichen begreifen. Jeder, der hier etwas zu bemängeln hat, kann auf uns zu kommen." Oder am Besten natürlich selbst "Juso" werden. Übrigens muss man, um das werden zu können, nicht zwingend Parteimitglied sein - mit den parteipolitischen Grundsätzen sollte man aber natürlich übereinstimmen. Mit der Politik der SPD, wie sie auf Bundesebene statt findet, sind übrigens weder Sara Seyfried und Daniel Campolieti noch Nicolas Schäfstoß zu hundert Prozent zufrieden. Daniel Campolieti, 27, Student der Wirtschaftswissenschaften, findet "Schröders Politik" sogar "grottenschlecht". Doch es geht bei den "Jusos" ohnehin nicht um "diese" Politik. Es geht um Stuttgart-Ost. "Wir wollen den Osten für die Jugend interessanter machen, ihn mehr anbinden", sagt die engagierte Abiturientin. "Es gibt im Osten aufgrund zu geringer Mitgliederzahlen keinen Jugendrat - damit sind wir im Stadtteil nicht vertreten", klagt Nicolas Schäfstoß, Geographie-Student, der eigentlich Opernsänger werden will.
"Politik ist im Allgemeinen wichtig!" sagt Sara Seyfried entschieden. "Die Jugendlichen sollen das Gefühl haben, in das politische Geschehen involviert zu sein, in ihrem Stadtteil etwas verändern zu können."Und wo kommt bei ihnen selbst das Interesse für Politik her? Ja, Daheim war Politik auch schon immer ein Thema, es wurde "viel diskutiert". Sara Seyfried war schon in der Schule immer aktiv als Schulsprecherin der SMV. "Es ist mir einfach wichtig, aktiv mitwirken zu können, das will ich jetzt weiterführen. Also habe ich mich über die einzelnen Parteien informiert" - und ist nun ein "Juso".
Nicolas Schäfstoß erklärt seine Motivation wie folgt: "Ich wollte diese unpolitische Jugend nie akzeptieren. Diese Einstellung, "das bringt ja eh nix", die macht mich rasend - ich will gerade diese Jugendliche und auch mich selbst vom Gegenteil überzeugen!"
Energische Worte, die Daniel Campolieti ein bisschen abfängt: "Wir fordern nicht die sozialistische politische Revolution, wir wollen einfach nur unser Umfeld mitprägen." Am Freitag, 18. Februar, wurde gleich damit begonnen: Auf der 1. Sitzung der "Jusos" Stuttgart-Ost. Alle, die Interesse daran haben, den Osten auf "Juso-Art" zu verändern, sind herzlich dazu eingeladen, fortan jeden letzten Freitag im Monat in die "Friedl-Kneipe", Krämerstraße 12, zu kommen. Die zweite Sitzung findet allerdings ausnahmsweise schon am 18. März statt. Kontakt: ost@jusos-stuttgart.de. si
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