Rolf Gaßmann mit Udo Lutz und OB-Kandidatin Bettina Wilhelm Der Unsicherheit und Verärgerung war nicht zu verbergen. Die über 20 Bewohner der Böheim-Siedlung welche sich am 15.05. auf Einladung der SPD Stuttgart Süd zusammen mit dem Vorsitzenden des Mietvereins Rolf Gaßmann vor der Eierstraße 30 versammelten, berichteten über die fragwürdigen Methoden des Hauseigentümers, die Modernisierungskosten auf die Mieter umzuwälzen.
Die Stuttgarter Zeitung vom 18.05.2012 berichtete ...
Der Eigentümer, die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG), saniert gerade den kompletten Gebäudekomplex. Das dies nicht umsonst ist, leuchtete auch den Mietern ein. Dass die SWSG dann jedoch mit Mieterhöhungen um bis zu 70 % aufwartete, war dann aber zu viel des Guten. Ursprünglich durften sich die Mieter noch über eine neue Heizung, neue Bäder und Parkettfußböden freuen. Doch daraus wird nichts. So berichtete ein Mieter, dass es keinen Parkettboden und keine neue Heizung gäbe, die angekündigte Mieterhöhung jedoch um keinen Prozentpunkt zurückgenommen wird. Stattdessen fänden die Bewohner noch immer alte Bleileitungen vor.
Wie sich die Mieter zudem ihre Wohnungen noch leisten können lässt die SWSG kalt. Stattdessen wurde weniger zahlungskräftigen Mietern ein Umzug in andere kleinere SWSG-Wohnung angeboten – jedoch zu höheren Mietkonditionen. Auch wurde berichtet, die Gesellschaft habe Druck auf die Bewohner ausgeübt. Wie dies mit dem Selbstverständnis des in städtischem Besitz befindlichen Unternehmens, dass sich als freundliches und zuverlässiges Unternehmen das seine Kunden respektvoll behandelt darstellt, in Einklang zu bringen ist erscheint unklar.
Der Vorsitzende des Mietvereins, Rolf Gaßmann, empfahl allen betroffenen Mietern auf keinen Fall vorschnell zu handeln. Der Zusammenhalt der Mieter sei nun sehr wichtig. Der Mietverein wird in den kommenden Wochen eine Versammlung aller Betroffenen organisieren um dann detailliert mit den Vereinsjuristen die Rechtslage auszuloten.
Aber auch an die Politik stellte Gaßmann Forderungen. Seit der Auflösung der städtischen Wohnungsbaubehörde sei das Thema Wohnungsbau vollkommen vernachlässigt wurden. Dazu beigetragen haben dann auch noch diverse Gesetzesänderungen auf Landes- und Bundesebene. Allerdings sei durch die neue grün-rote Landesregierung wieder Licht ins Dunkle gekommen. Dem pflichtete auch der ehemalige SPD-Wirtschaftbürgermeister Dieter Blessing zu. Er empfahl den Wohnungsbau zu einer städtischen Hauptaufgabe zu machen. Und auch die Oberbürgermeisterkandidatin Bettina Wilhelm, die kurzfristig ihre Teilnahme an der Veranstaltung zusagte, sieht hier eines der Hauptprobleme für die zukünftige Entwicklung der Stadt.
Die SPD Stuttgart Süd wird sich auch weiterhin des Themas annehmen. Die bei der Ortsbegehung und der nachfolgenden Podiumsdiskussion aufgenommen Anregungen und Hinweise fließen in einen Antrag ein über welchen der Ortsverein in der nächsten Veranstaltung am 19.06.2012 berät.
Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.
Den Bericht der Stuttgarter Zeitung vom 18.05.2012 finden Sie hier ...