SPD fordert Maßnahmen für mehr Ausbildungsplätze in der Region

Veröffentlicht am 25.11.2006 in Pressemitteilungen

Peter Hofelich: „Wir müssen allen Jugendlichen eine Chance geben"

Die SPD in der Region Stuttgart hat sich die Verbesserung der Ausbildungsplatzsituation auf die Fahnen geschrieben. „Wir müssen allen Jugendlichen eine Chance geben", sagt Peter Hofelich, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Regional-SPD. Dafür seien zusätzliche Anstrengungen notwendig.

Die Sozialdemokraten hatten sich kürzlich auf ihrem Regionalparteitag in Sindelfingen intensiv mit dem Thema befasst. Thomas Giessler, Abteilungsleiter für den Bereich Berufliche Bildung beim DGB-Landesbezirk Baden-Württemberg, wies auf eine „Bugwelle von Altbewerbern" auf dem Ausbildungsmarkt hin, die man noch Jahre vor sich her schiebe, wenn nichts geschehe. Er sieht neben den Unternehmen auch die Politik in der Verantwortung.

Die SPD schlägt jetzt konkrete Maßnahmen vor, die sie zuvor auf dem Parteitag einstimmig beschlossen hatte. So fordert die Regional-SPD von Land und Arbeitsagentur, ein Sonderprogramm zur Finanzierung zusätzlicher Ausbildungsplätze aufzulegen. Davon sollen nicht nur Jugendliche profitieren, die bislang noch ohne Lehrstelle sind, sondern auch zahlreiche kleinere und mittlere Unternehmen, wenn sie neu ausbilden oder zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen. Die bisherigen Maßnahmen der Landesregierung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds wiesen zwar in die richtige Richtung, seien aber nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Als Voraussetzung für gezielte Maßnahmen verlangen die Sozialdemokraten eine verlässliche Datenbasis. „Im Moment streiten sich die Akteure über die richtigen Zahlen. Dieses Theater muss aufhören!", meint Hofelich. Die SPD will deshalb eine Meldepflicht für Ausbildungsplätze einführen. Zudem soll eine Initiative gestartet werden, die die bestehenden, aber nicht genützten Ausbildungskapazitäten in größeren Unternehmen aufspürt und die Stellen mit Bewerbern besetzt.

Insbesondere kleineren Betrieben und solchen, die neu ausbilden, soll mit einem externen Ausbildungsplatzmanagement geholfen werden, welche in anderen Bundesländern bereits erfolgreich arbeiten. Viele kleine Unternehmen, die durchaus willens sind auszubilden, sähen sich durch die zu bewältigenden Aufgaben überfordert. „Wenn ein Handwerksbetrieb heute eine Lehrstelle ausschreibt, bewerben sich hundert oder zweihundert Leute. Allein mit der Sichtung der Unterlagen, dem Auswahlverfahren mit Bewerbungsgesprächen usw. ist ein Mitarbeiter tagelang beschäftigt", beschreibt Leni Breymaier, Mitglied des Regionalvorstandes, die realen Schwierigkeiten exemplarisch. Hier könne eine externe Institution entlasten und unterstützen, zum Beispiel durch Beratung bei der Zulassung zum Ausbildungsbetrieb oder beim Abschluss von Ausbildungsverträgen sowie bei der (Vor-)Auswahl von geeigneten Bewerbern. Außerdem könne eine solche Agentur bei der Schaffung von Ausbildungspartnerschaften in Verbund- oder Tandemausbildung behilflich sein. „Dies verbessert zudem die Qualität der Ausbildung, indem auch Bereiche abgedeckt werden, die ein einzelner Betrieb dem Azubi nicht bieten kann", erläutert Breymaier.

Trotz dieser Vorschläge, die in kürzester Zeit auf den Weg gebracht werden könnten, sind zahlreiche SPD-Regionalpolitiker der Auffassung, dass die auch in der Region Stuttgart immer noch dramatische Ausbildungsplatzsituation letztlich nur durch eine Umlage behoben werden kann, bei der nicht ausbildende Betriebe einen Beitrag bezahlen, der denjenigen, die ausbilden, zugute kommt. Auf ihrem Regionalparteitag hatte die SPD deshalb mit großer Mehrheit für die Einführung der sogenannten Ausbildungsumlage gestimmt.

In Baden-Württemberg sind 58% aller Unternehmen ausbildungsberechtigt, aber nur 28% machen davon auch tatsächlich Gebrauch. „Für die SPD ist offensichtlich, dass das Thema Ausbildung künftig mehr Gewicht bekommen muss. Gerade der wirtschaftsstarken Region Stuttgart kommt hier eine besondere Verantwortung zu", gibt Peter Hofelich zu bedenken.

 

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