SPD Stuttgart-Ost: Durch längeres gemeinsames Lernen gerechtere Bildungschancen für alle!

Veröffentlicht am 05.07.2007 in Pressemitteilungen

Der SPD-Ortsverein Stuttgart-Ost hat das Thema „Gerechte Bildung im Stuttgarter Osten“ mit einer engagiert geführten Podiumsdiskussion von Bildungsexperten in einer öffentlichen Mitgliederversammlung am vergangenen Donnerstag aufgegriffen.

Einleitend referierte Vorsitzender Martin Körner die Ergebnisse der sogenannten IGLU-Studie, die die Bildungschancen in Deutschland zum Gegenstand hatte. Ein Ergebnis dieser Studie sei es, dass bei gleicher schulischer Leistung das Kind eines Chefarztes eine 3,6 mal größere Chance habe, eine Empfehlung fürs Gymnasium zu bekommen als ein Arbeiterkind. Viele Kinder im Stuttgarter Osten würden erheblich benachteiligt, zumal mehr als 60 Prozent der Kinder aus Migrantenfamilien stammten.

Mauro Bartoletto vom italienischen Generalkonsulat betonte die Verpflichtung der Politik, Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft zu beseitigen. In Italien sei die Lage ganz ähnlich wie in Deutschland. Das deutsche Bildungssystem habe sich viel stärker der Förderung der Elite verschrieben als der Unterstützung aller. „Unser Hauptziel ist dagegen die Integration der italienischen Kinder in die deutsche Schule“, erklärte der Diplomat. Auch Stadträtin Monika Wüst betonte die Notwendigkeit der Integration. Das Land habe zwar diverse Programme aufgelegt, ohne Schulsozialarbeit gehe es aber keinesfalls. Außerdem brauche Stuttgart-Ost dringend eine Filiale der Stuttgarter Musikschule.

Der Vertreter des Stuttgarter Gesamtelternbeirats, Martin Schäfer, betonte die Bedeutung der Ganztagsschule: „Gerechtigkeit erfordert, dass das häusliche Umfeld das Lernen der Kinder unterstützt. Wenn eine solche Unterstützung nicht stattfindet, gelingt auch die Integration nicht“, so Schäfer. Er sprach sich auch gegen einen Vorrang des städtischen Schuldenabbaus vor dem Ausbau der Ganztagsbetreuung aus. Die unmittelbaren Folgen des Schuldenabbaus in Form von geringeren Zinsaufwendungen seien natürlich viel rascher spürbar als eine verstärkte schulische Betreuung, deren Folgen erst Jahre später spürbar würden. Trotzdem sei die Ganztagsschule die bedeutendere Investition in die Zukunft der ganzen Gesellschaft.
Dem stimmte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Nils Schmid, zu und wies auf gravierende Fehlentwicklungen in der staatlichen Prioritätensetzung in den vergangenen Jahren hin.

„Das Versagen der Landesregierung auf dem Gebiet der Ganztagsbetreuung ist ein verhängnisvolles Zeichen ihrer Dialogunfähigkeit. Diese Tradition hat schon bei Mayer-Vorfelder begonnen und dann bei Schavan ihren Höhepunkt gefunden. Kultusminister Rau entwickelt sich heute genau in diese Richtung“, erklärte Schmid.
Die Bildungsfrage bei Immigranten sei heute die neue soziale Frage. Die sozial integrierten Einwanderer müssten als Leitbilder für Integration herausgestellt werden.
Ausländische Eltern müssten ihre Kinder zur Not in ein deutschsprachiges Umfeld bringen, falls ein Spracherwerb zuhause nicht möglich sei.

 

Homepage SPD Stuttgart-Ost

Aktuelle Termine

       Alle Termine öffnen

      Nur Termine SPD Stuttgart

Jetzt Mitglied werden
Facebook                                       Instagram