SPD Stuttgart Ost veranstaltet politischen Aschermittwoch mit Hertha Däubler-Gmelin: Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten
SPD Stuttgart Ost veranstaltet politischen Aschermittwoch mit Hertha Däubler-Gmelin: Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten
Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 22.02.2007
"Waterloo" für Stoiber
Bei Stuttgarts SPD stimmt an Aschermittwoch der Ton
Mehr Ehrlichkeit in der Politik, soziale und umweltgerechte Verantwortung in der Wirtschaft - dies forderte die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler- Gmelin als Hauptrednerin beim politischen Aschermittwoch der Stuttgarter Sozialdemokraten.
VON JÜRGEN LESSAT
Mit einem Potpourri alter Abba-Hits stimmte der Musikverein Gaisburg auf die Themen des Abends ein. So intonierten die Musiker in der Gaststätte Friedenau im Raitelsberg unter anderem ¸¸S.O.S", mit dem die Popgruppe einen Welterfolg landete. Wer dies angesichts lausiger Umfragewerte für die SPD als Hilferuf der Genossen interpretierte, lag falsch. Herta
Däubler- Gmelin verschwieg das Popularitätstief ihrer Partei und widmete sich dem politischen Gegner.
Zu Recht hatten die Bläser ¸¸Waterloo" gespielt, denn die Genossin knöpfte sich den bayerischen Noch-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber vor, dessen gefeierten Auftritt beim CSU- Aschermittwoch in Passau sie intensiv in Radio und TV mitverfolgt habe. ¸¸Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, dass da jemand spricht, der auf höchst üble Weise den Laufpass bekommen hat", wunderte sie sich über die Begeisterung der CSU-Anhänger im Allgemeinen und der Stoiber-Erben Günther Beckstein und Erwin Huber im Besonderen. Letztere hätten Stoibers Demontage ja betrieben. Was an Aschermittwochen aus Bayern an derben Sprüchen zu hören sei, habe wenig mit der normalen Welt und ihren Problemen zu tun.
¸¸ Aschermittwoch bedeutet im Sinne der Fastentradition, mit kühlem Kopf nachdenken, was politisch zu tun ist", forderte sie mehr Ehrlichkeit in den Parlamenten. Den kühlen Kopf hätten auch immer mehr Wirtschaftslenker verloren. ¸¸Wenn Unternehmensvorstände tausendmal mehr verdienen als gut ausgebildete Mitarbeiter, schadet dies der Gesellschaft", kritisierte die Bundestagsabgeordnete millionenschwere Managergehälter. Nicht nur Politiker, auch die wirtschaftlich Mächtigen müssten sich ihrer Verantwortung erinnern. ¸¸Es ist eine Schande, dass der Aktienkurs eines Unter-nehmens steigt, sobald es Mitarbeiter entlässt", kritisierte Däubler- Gmelin. Angesichts des Klimawandels ärgere sie die Bremserfunktion der Industrie. ¸¸Wir Deutschen haben den Hybridmotor erfunden und bauen ihn nicht in unsere Autos ein." ¸¸Mamma Mia" hatten die Bläser zuvor gespielt - an Aschermittwoch stimmte bei den Stuttgarter Sozialdemokraten jeder Ton.
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