„Wir haben keinen Planet B – wie sehen die nächsten Schritte für den Schutz unserer Umwelt und für den Klimaschutz aus?“

Veröffentlicht am 03.11.2019 in Veranstaltungen

Bei ihrer Veranstaltung am 10. Oktober diskutierte die SPD Sillenbuch Heumaden Riedenberg mit Ute Vogt und vielen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Klimaschutz-Vereinbarung in Berlin. Mittelpunkt der Diskussion war die Frage was jetzt dringend geschehen muss und wie praktische Initiativen in Sillenbuch jetzt schon vorangehen.

Ute Vogt, MdB stellte zuerst die UN-Nachhaltigkeitsziele vor – die 17 Ziele auf die sich alle Länder der Welt geeinigt haben. Die Hälfte dieser Ziele beziehen sich auf Klimaschutz und Umweltschutz. Auch Stuttgart ist Partner im Nachhaltigkeitspakt der deutschen Städte und hat sich dazu verpflichtet die Ziele umzusetzen.

Ute Vogts Rückblick auf die Arbeit von Barbara Hendricks, die 5 Jahre lang vor Svenja Schultze Umweltministerin war, machte deutlich: hätte die Politik und auch die Umweltverbände ihre Anstöße stärker aufgenommen dann wären wir heute weiter. Beispielsweise mit Leitlinien für eine treibhausneutrale BRD bis 2050.

Das Klimaschutzprogramm 2030 enthält wichtige Maßnahmen – auch wenn die Kritik berechtigt ist, dass wegen der nötigen Kompromisse in der Koalition manches noch offen ist: CO2-Bepreisung, Kohleausstieg bis spätestens 2038, Lockerung des Deckels für die Windenergie, Förderprogramm für Gebäudesanierung: diese Punkte wurden immerhin beschlossen. Im Klimaschutzgesetz sollen die Klimaziele „sektorscharf“ definiert werden, d.h. jeder Bereich erhält verbindliche Ziele, die den verantwortlichen Ministerien zugeordnet sind. Ein Unabhängiger begleitet und kontrolliert die Prozesse.

In der anschließenden Diskussion wurden die Defizite angesprochen, aber auch die Chancen.

Danach stellten Sillenbucher Bürgerinnen und Bürger einige Nachhaltigkeits-Initiativen und -Impulse vor.

Susanne Malcher berichtete über Foodsharing und den Fair-Teiler in Sillenbuch. Das Ziel dieser Initiative ist es sich überflüssig zu machen, indem sie daran arbeitet das es möglichst keine Nahrungsabfälle mehr gibt. Bis dahin kümmern sie sich darum, den Kühlschrank und die Boxen im Fairteiler (im Gosheimer Weg 7) mit Lebensmittel zu füllen die für die Mülltonne bestimmt waren aber noch gut sind. Außerdem engagieren sie sich in Bildungsarbeit für interessierte Gruppen und Schulen, um Wissen zu schaffen zu den Themen Verschwendung von Nahrungsmitteln und Wegwerfverbot.

Elisabeth Gekeler informierte über Kleidertauschparty und Imker-Aktivitäten. Jeder Deutsche kauft pro Jahr 60 Kleidungstücke, Jüngere noch mehr. Um ein Zeichen gegen diese Verschwendung zu setzen, veranstaltet Ihre Initiative 2x im Jahr eine Kleidertauschparty, bei der mit viel Spaß Kleider getauscht werden und Ihren neuen Besitzern viel Freude machen.

Außerdem erzählte Elisabeth Gekeler von Ihrer Imkerei, eine Aktivität die neben Honig und Freude viel Arbeit bringt. =

Maarit Schneider-Penna und Corinna Gesen stellten ihren neuen „Unverpackt“ Laden "Tante.M“ in Sillenbuch vor. Ihr Ziel ist es zu zeigen, wie man mit weniger Verpackungsmüll leben kann. In ihrem Unverpackt Laden kann man neben Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Müsli, Schokolade oder Kaffee auch Kosmetikprodukte und Reinigungsmittel kaufen.

Zum Abschluss zeigte Dr. Dieter Maier von der Universität Hohenheim in seinem Statement „Von Vogelschutz bis Insektensterben, was können wir tun? – am Beispiel des Gebiets Schwellenäcker“ auf, wie wir bei allem Bemühen um mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Interessenkonflikte kommen: wenn wir in Stuttgart mehr Wohnraum schaffen wollen, auf neuen Flächen, dann kommen wir in Konflikt mit dem Ziel, die Biodiversität zu erhalten.

 

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